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Angela Rabenstein-Wischnewski, Texte für Lebenswissenschaften, Biotechnologie, Medizintechnik, Umwelttechnologie, Marine Wissenschaften, Ozeanographie, www.awkom.de

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Textprobe

Projekt: Internetpräsentation, Rubrik „Rund ums Öl“
Auftraggeber: Veba Oel AG Gelsenkirchen, 1998
Textbeitrag: Angela Rabenstein-Wischnewski

In Öl steckt Energie

Was ist eigentlich so besonders an Erdöl? Auf den ersten Blick ist es gelblich.
Fast bräunlich, dickflüssig und von leicht aromatischem Geruch.
Chemisch betrachtet, eine Mixtur vieler verschiedener Verbindungen, die hauptsächlich aus den Elementen Kohlenstoff und Wasserstoff aufgebaut sind. Man nennt sie Kohlenwasserstoffe.
In diesen Verbindungen steckt enorm viel Energie. Sie lässt sich nutzen, um Wärme oder Bewegung zu erzeugen. Spaltet man die langen Kohlenwasserstoffketten in kleinere Moleküle, lassen sich diese wieder zum Aufbau größerer chemischer Verbindungen verwenden.
Erdöl ist Energielieferant für Wärme und Mobilität und gleichzeitig
Rohstoff für die chemische Industrie. Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts wurde es zum bedeutendsten Energieträger der Welt und deren größtem Handelsgut. Kein anderer Rohstoff lässt sich vergleichsweise so einfach und ohne große Verluste transportieren und verarbeiten.

Öl ist nicht gleich Öl

Nach ihrer Herkunft unterscheiden sich die Erdöle erheblich. Ob aus dem nahen Osten, Afrika, Mittel- oder Südamerika oder den GUS-Staaten – in Aussehen, Zusammensetzung, Dichte und damit auch Fließeigenschaften sind sie sehr verschieden. Die Umweltbedingungen, die zur Bildung dieses Rohstoffs führten, waren an jedem Ort andere.
So sind Rohöle aus Libyen und Algerien dünnflüssig und gelblich. Venezolanische Schweröle dagegen dickflüssig, beinahe schon fest und tiefschwarz in der Farbe. Meist enthalten sie große Mengen an Schwefel.
Wieder andere sind nahezu schwefelfrei. Ähnliches gilt für den Anteil aromatischer Verbindungen. Die handelsüblichen Mineralölprodukte lassen sich zwar aus allen Rohölen herstellen, doch erhält man sie, je nach dessen Qualität, zu ganz unterschiedlichen Anteilen.
Je nach Eigenschaften des noch unverarbeiteten Rohstoffs kommen verschiedene Verarbeitungs- und Veredelungstechniken zum Einsatz.

Öl nutzbar gemacht

Am Anfang der Rohölverarbeitung steht die Destillation. Ein Verfahren, bei dem das Gemisch Rohöl in seine verschiedenen Bestandteile, mit unterschiedlichen Siedebereichen, aufgetrennt wird.
Die hierbei erzeugte Produktpalette deckt nicht immer die Marktbedürfnisse.
Das Problem: Einem steigenden Bedarf an leichten Erdölprodukten (z.b. Benzin, Flugtreibstoff) steht eine sinkende Nachfrage nach schweren Ölen gegenüber.
Spezielle Verfahrenstechniken machen es möglich - im zweiten Schritt der Verarbeitung - schwere Produkte in leichte umzuwandeln.
Das passiert in den so genannten Konversionsanlagen. Sie heißen „Visbreaker“, „Cracker“ und „Coker“. Unter Einsatz von großer Hitze und Druck verändern sie die Produkte aus der Destillation in ihrer Größe und Struktur.
Für den letzten Schliff sorgt dann die Nachbehandlung oder Veredelung. Unerwünschte Inhaltsstoffe wie Schwefel, Aromaten oder Paraffine werden hierbei abgetrennt. Dadurch ändern sich Eigenschaften wie Farbe, Geruch und Stabilität und werden genau den Anforderungen des Marktes angepasst.
In der Bundesrepublik verarbeiten zur Zeit 17 Raffinerien das deutsche und das importierte Rohöl. Sie verfügen über eine Destillationskapazität von rund 105 Millionen Tonnen jährlich.



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